La Gomera

Samstag, 29. Dezember 2018 

San Sebastian de Gomera

Liegezeit: 8:00 bis 18:00 Uhr

in der geplanten Zeit hat die Mein Schiff 1 die Strecke von Santa Cruz de Tenerife bis hier nach San Sebastián de La Gomera geschafft. Bestimmt hat der Kapitän die Insel noch zweimal umrundet, damit wir den heutigen Hafen nicht zu früh erreichen ;-).

Im Osten geht gerade die Sonne auf und lässt den Teide noch einmal im schönsten Morgenlicht erscheinen. Dort oben sind wir gestern gewesen und können uns bei unserem Frühstück noch einmal an den tollen Tag erinnern.

Für den heutigen Tag hatten wir wieder über Enterprise, CICAR konnte uns ja kein Fahrzeug für den Tag anbieten, einen Wagen reserviert. Aber auch diesmal kam am Vortag die Erinnerungsmail von Enterprise, das wir den Wagen bei CICAR an der Estación Marítima de San Sebastián entgegennehmen können. Um 8:30 Uhr machen wir uns auf den Weg über das Treppenhaus B runter auf Deck 2 zum Ausgang. Von hier sind es keine 500 m zu dem roten Hafengebäude mit den Fährbüros von Fred Olsen und 

Naviera Armas sowie den Mietwagen- und Ausflugsanbietern. Es dauert dort keine 10 Minuten und wir bekommen den Schlüssel für einen Seat Ateca ausgehändigt. Der Wagen auf dem Parkplatz direkt hinter dem Bürogebäude gefällt uns gleich, ist er doch geräumiger als die vorherigen und hat noch nicht so viele Kilometer runter.  Erst etwas über 13-tausend Kilometer stehen auf dem Tacho. Paulinchen an der Windschutz-scheibe montieren, Ziel eingeben und um 8:50 Uh geht es los in Richtung Parque Nacional de Garajonay.

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La Gomera ist nach El Hierro die zweitkleinste der sieben Hauptinseln der Kanaren. Wie Teneriffa und die anderen kanarischen Inseln ist auch La Gomera vulkanischen Ursprungs. Der letzte Vulkanausbruch liegt allerdings schon ungefähr zwei Millionen Jahre zurück.

Entspannt fahren wir also über die abwechslungsreiche Insel und erreichen auf der Straße GM-2 von San Sebastián in Richtung Vallehermoso nach gut 20 Minuten einen der ersten spektakulären Aussichtspunkte. Die Aussichtspunkte werden mit Schildern vorher rechtzeitig angekündigt und meistens sind ausreichend Parkbuchten für einen sicheren Halt vorhanden.  Der Aussichtspunkt (Mirador) Degollada de Peraza  liegt 900 m hoch und bietet einen schönen Ausblick in den Barranco de la Laja.

Dank der feuchten Passatwinde ist die Gegend grün und fruchtbar und bei Wanderern sehr beliebt. Mehrere Wanderwege sind am Parkplatz ausgeschildert.


Am Rande des Parks fahren wir durch dschungelähnliche Wälder mächtiger Lorbeerbäume und bis zu 15m hoher Baumheide. Durch die Nebelwolken wird der von Moosen und Flechten begünstigt und es wachsen hier eine Vielzahl weiterer, häufig endemischer Pflanzen. Wir biegen links ab auf die kleinere, engere und auch kurvigere CV-16 und die CV-17 und fahren durch die kleinen Orte Igualero, Chipude, El Cercado und Las Hayas nach Arure. Das Chipude vor 200 Jahren noch der am dichtesten Ort der Insel gewesen ist können wir heute nicht einmal mehr erahnen.

In Arure geht es auf der GM-1 in das Valle Gran Rey. Das Tal des großen Königs Hupalupa, einem König der Guanchen. Auf der gut ausgebauten Straße kurven wir hinab in das ehemalige Aussteigerparadies. Am Parkplatz vor der Iglesia de San Antonio de Padua machen wir einen Stopp und blicken in das Tal hinunter. Die Hänge sind mit Palmen bewachsen und auf Terrassenfeldern wird Landwirtschaft betrieben. Alles wird eingerahmt von über 800 m hohen Steilwänden an denen die weißen Häuser kleiner Ortschaften zu erkennen sind. Am Ende des Valle Gran Rey erreichen wir das touristische Zentrum mit den besten Strände der Insel. An der Promenade machen wir einen kurzen Halt und bummeln etwas am Strand entlang. Der Ort ist zwar ganz nett anzuschauen und auch der Strand mit schwarzem Sand gefällt. Für einen längeren Aufenthalt ist der Ort aber aber nicht die 1. Wahl und für eine Mittagspause in einem der zahlreichen Restaurants und Bars ist es uns noch zu früh. Wir fahren weiter.

 

Auf der GM-1 fahren wir zurück nach Arure und dann über Vallehermoso nach Agulo. Hier suchen wir den Mirador de Abrante, eines der meistbesuchten Highlights von La Gomera. Von hier unten können wir die gläserne Aussichtsplattform gut erkennen. Da sind wir jetzt aber wohl schon zu weit und ein paar Kilometer an dem Abzweig in Las Rosas vorbeigefahren😒. Also müssen wir wohl die 5 Kilometer zurück bis Las Rosas .

Vorher ist jetzt aber langsam Zeit für eine kleine Stärkung. Als Tipp haben wir die Café-Bar Pedro in Hermigua im Visier. Auch hier rauschen wir mit unserem SEAT erstmal dran vorbei. Aus Richtung Agulo habe ich das Lokal im Vorbeifahren zwar gesehen, aber noch noch nicht richtig dem Pedro zugeordnet. So lernen wir erstmal die Häuser von Hermigua oberhalb der Hauptstraße kennen und fahren auf sehr enger Straße wir zwischen den kleinen Häusern am Hang hoch. Es gibt hier auch ein paar Apartments für Urlaubsgäste. Ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen oder Erholung pur. Am Ende der Straße müssen wir wenden und kommen ohne Gegenverkehr auf der Hauptstraße wieder an. Aus dieser Richtung ist die Bar gar nicht zu übersehen und wir parken direkt an der Straße.  

Viele der Tische sind schon besetzt, die meisten von Einheimischen in geselliger, größerer Runde. Kein schlechtes Vorzeichen für eine gute Auswahl leckerer inseltypischer Tapas mit prima Preis-/ Leistungsverhältnis. An einem freien Tisch auf der sonnigen Terrasse finden wir Platz und genießen den Ausblick in das grüne Tal. Da doch die meisten Tische besetzt sind, dauert es etwas bis der Service mit der Bestellung und der Zubereitung der Speisen hinterherkommt. Aber wir haben ja Urlaub, die Sonne scheint und unser Zeitfenster lässt uns noch nicht unruhig werden. Für eine kleine Pause ein guter Platz!

Nach der kleinen Pause auf der sonnigen Terrasse sind wir gegen 14:00 Uhr fit für den 2. Anlauf und wir fahren die 8 Kilometer zurück bis Las Rosas und  noch ca. 3 Kilometer hoch auf schmaler Serpentinenstraße in Richtung des Besucherzentrums Juego de Bola.

Achtung: Hier ist man noch nicht am Ziel. Von hier geht es auf kleiner Straße rechts neben dem Besucherzentrum noch 2 km weiter. 

Auf dem Parkplatz vor dem Restaurant am Mirador sind noch einige Plätze frei. Ein paar Mietwagen, zwei Busse und ein paar Jeeps auf Geländefahrt haben den Weg gefunden. Der Zugang in die gläserne Kanzel geht über den Eingang zum Restaurant. Hier steht bereits eine Reihe von Personen, die warten aber wohl auf Zuteilung der Tische und wir schlängeln uns an der Gruppe vorbei. Das Lokal ist gut gefüllt, aber trotzdem sind wir ganz alleine in der Aussichtsplattform aus Glas. Die sieben Meter lange, komplett verglaste Plattform ragt über die rote Steilwand hinaus und liegt 625 Meter über dem Meeresspiegel. Der Mirador El Abrante wurde von dem Architekten Jose Luis Bermejo erschaffen und im Jahr 2014 eröffnet Durch die Verwendung von Glas, Stahl und Naturstein passt sich das Gebäude gut in die Landschaft ein. Der Ausblick ist gigantisch! Unter uns liegt das schöne Örtchen Agulo mit seinen hübschen Häusern und grünen Terrassenfeldern. Am Horizont erblicken wir unseren Teide im Dunst, dazwischen das Blau des Atlantik. Außer der gläsernen Plattform gibt es noch ein paar weitere schön angelegte Aussichtspunkte von denen man den Blick auf die kanzel und die Umgebung hat. 

Der kleine Umweg und der Weg hier hoch haben sich doch gelohnt.

Jetzt müssen wir uns aber doch langsam auf den Rückweg nach San Sebastian machen. Für die 32 Kilometer brauchen wir vom Mirador de Abrante  eine knappe Stunde. An der Av. de los Descubridores direkt neben der Promenade am Stadtstrand Playa De La Punta von San Sebastian finden wir einen Parkplatz.

Es ist noch genügend Zeit für ein paar Schritte durch die typisch kanarische Hafenstadt. Zuerst kommen wir am Wehrturm Torre del Conde vorbei, dem ältesten Gebäude und Wahrzeichen der Stadt. Er wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet und heute finden in dem Turm historische Ausstellungen statt.

Quer über den kleinen Park, vorbei am markanten Hotel erreichen wir die  verkehrsberuhigte Calle Real. Vor den kleinen und schönen Gebäuden sitzen die Menschen vor Restaurants und Cafés und genießen die Sonne.

Wappen ihrer vormaligen Bewohner an den historischen Patrizierhäuser lassen die geschichtsträchtige Vergangenheit der Insel erahnen.

Auch Christoph Kolumbus war häufiger Gast auf La Gomera und brach von hier aus am 6. September 1492 vermeintlich nach Indien auf, entdeckte aber Amerika.

Etwas zurückgesetzt steht die dreischiffige katholische Kirche „Parroquin de la Ascunción“. Es ist überliefert, dass Kolumbus hier vor seiner ersten Amerikafahrt um göttlichen Beistand betete.

In Richtung Hafen erreichen wir die Plaza de la Constitution mit hübschem Terrassencafe und die Plaza de las Américas. Hier steht das das schöne Rathaus mit seinem offenen Bogengang, einer kleinen Turmuhr und Holzbalkonen. Von hier aus können wir auch wieder die Mein Schiff 1 im nahen Hafen liegen sehen.

Nach dem kleinen Spaziergang sind wir mit unserem Wagen also schnell zurück am Terminal und stellen den Wagen unversehrt auf dem CICAR-Stellplatz ab. 155 Kilometer waren wir heute mit dem Wagen unterwegs. Hört sich nicht viel an, aber auf den kurvigen Straßen sollte man als Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 30Km/h kalkulieren. Und Pausen für Sightseeing, Spaziergänge, Tapas etc. sind da noch nicht eingerechnet.

Schlüssel abgeben (ohne Kommentar) und noch ein Foto vom Schiff und wir sind um 16:30 Uhr wieder an Bord.

Die Expressfähre von Fred. Olsen lässt der Kapitän noch vorbei, bevor es um 18:00 Uhr los geht in Richtung Gran Canaria. Vor dem Abendessen in der X-Lounge trinken wir bei der untergehenden Sonne noch den obligatorischen Champagner Rosè.  Auf dem Weg treffen wir noch Oliver, den wir schon auf der Abschiedsreise der alten MS1 kennengelernt hatten und auch auf der Mein Schiff 6 über den Weg gelaufen sind. Man trifft sich halt immer wieder. Oliver ist gerade für 2 Wochen an Bord und organisiert die Tischzeiten an den Feiertagen. Auf der Taufreise der neuen Mein Schiff 2 im Februar werden wir ihn wieder antreffen. Oliver gehört zum Opening-Team und war vor dieser Reise schon in der Werft in Turku an Bord des neuen Schiffes und fliegt von Gran Canaria nach Kiel um bei den weiteren Vorbereitungen dabei zu sein.

Abendessen wieder in der X-Lounge. Wie man an den Bildern sehen kann: Es gibt nichts zu meckern 👍!!


Ein Tag auf Gran Canaria  >>>