St. Lucia / Castries

Mittwoch, 26. Februar 2014

5. Tag, 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Die Insel gehört zu den Inseln über dem Winde und damit zu den Kleinen Antillen. Sie liegt nördlich von St. Vincent und den Grenadinen und südlich von Martinique. Ca. 150 Km entfernt im Südosten befindet sich Barbados.

St. Lucia zählt zu den landschaftlich schönsten Inseln der Karibik. Schwefelquellen und die markanten Vulkankegel „Pitons“ (auch Twin Pitons genannt), die Wahrzeichen der Insel, zeugen von dem vulkanischen Ursprung St. Lucias.

Die Vegetation ist schier überwältigend. Dicht bewaldete Berge, Regenwald, Kakao- und Bananen-Plantagen, überall sattes Grün und exotische Blumenpracht machen jeden Ort der Insel zu einem besonderen Erlebnis. Fast 30% der Fläche ist von Wäldern bedeckt, es lohnt sich daher das Inselinnere ausgiebig zu erkunden. Die Küstenlinie ist 158 Kilometer lang und die höchste Erhebung der Insel ist der Mount Gimie mit 950 Metern.

14 Mal wurde die Insel zwischen Frankreich und England hin und her geschoben, bevor sie 1841 bei England verblieb. Die Einwohner nennen sich selbst „Lucies ("Luuschies“).

Im Jahr 1979 wurde St. Lucia eine konstitutionelle Monarchie und Mitglied im Commonwealth of Nations, wodurch es die Unabhängigkeit erlangte.

Der Tourismussektor ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel. Er macht etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus und ist der größte Arbeitgeber.

Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Castries. Die Stadt liegt inmitten einer Bucht, die vom Berg Morne Fortune und dem Vorgebirge der Vigie-Halbinsel eingerahmt wird. Mehrmals in ihrer Vergangenheit wüteten in der Stadt Feuer und die Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Daher sind heute nur sehr wenige historische Gebäude zu sehen.

St. Lucia ist das Geburtsland von zwei Nobelpreisträgern. Im Jahr 1979 erhielt der inzwischen verstorbene Sir William Arthur Lewis den Wirtschaftsnobelpreis und im Jahr 1992 der Schriftsteller Derek Walcott den Nobelpreis für Literatur. Damit hat St. Lucia nach den Färöer-Inseln die meisten Nobelpreisträger pro Einwohner. Zu Ehren des Literaturnobelpreisträgers Derek Walcott wurde der im Zentrum von Castries gelegene Platz in Derek Walcott Square umgetauft.

Um 6:30 Uhr läuft die "Mein Schiff 2" in die geschützte Bucht ein und macht im Naturhafen der Inselhauptstadt Castries fest.

Hier laden belebte Straßen zum gemütlichen Flanieren ein. Neben der Farbenpracht und dem karibischen Charme besticht die Hafenstadt auch durch ihre historischen Bauten, wie die reich verzierte Kathedrale „La Toc Battery“, oder die imposante Zentralbibliothek.

Ganz in der Nähe des Hafens befindet sich ein bunter Markt, wo nicht nur regionales Obst, Gemüse und Fisch angeboten werden, sondern auch die inseltypischen Batik-Druck-Produkte.

 

Schon bei der Einfahrt können wir erkennen, das sich die Insel von den vorangegangen unterscheidet. Gleich in der Stadt erheben sich die grün bewaldeten Hügel der Insel.

Empfangen werden wir unten an der Pier von Christine und Dieter Lehmann. Die Beiden sind seit 2006 auf der Insel heimisch und bieten Touren aller Art für die ankommenden Touristen an. Die Sonne strahlt morgens bei ca. 25°C und schnell ist die Gruppe von ca. 15 Personen beisammen und in einen kleinen Bus verstaut. Heute zeigt uns Dieter „seine“ Insel.

An einem Fotopunkt oberhalb von Castries halten wir kurz an und haben einen schönen Blick auf Schiff und Hafen.

Die Straßen sind sehr kurvig an der steilen und hügeligen Küste. Der Bus muss ganz schön schnaufen. An einer Bananenplantage halten wir an und Dieter erklärt uns alles über die großblättrigen Pflanzen. Sofort sind auch von den Ständen Einheimische da und möchten gern etwas verkaufen, sind dabei aber zurückhaltend und überhaupt nicht aufdringlich. Ein Souvenir ist übrigens Bananenketchup!

 

Wir fahren weiter in unserem Kleinbus durch das Dorf Anse la Raye, ein altes Fischerdorf mit historischen, karibischen Holzhäusern. Hier ist der Wohlstand aber noch nicht angekommen und viele der Häuser sind stark duch Hurricans in Mitleidenschaft gezogen.

Unterwegs ist immer wieder Zeit für einen Fotostopp in der sattgrünen Landschaft. An einem Stand werden Kokosnüsse verkauft. Zuerst probieren wir mit dem Strohhalm die frische Milch direkt aus der jungen Kokusnuss. Danach wird noch das saftige Fruchtfleisch ausgeschabt und gegessen. Es ist noch ganz weich und hat eher die Konsitenz einer Auster, also nicht so hart wie bei uns sonst bekannt. Der Sohn hat noch eine Schlange mit der man sich fotografieren lassen kann. Ich trau mich ;-). Standardpreis ist übrigens jeweils 1,-- US-Dollar. Egal ob Kokosnuss, Foto mit Schlange, 2 Bananen etc.. Dieter ist in seinem Element und erklärt welches Obst auf St. Lucia wächst, u.a. 85 (!) verschiedene Sorten wild wachsende Mango.

Weiter geht es auf der Schmalen Küstenstraße, auch hier übrigens Linksverkehr.

Südlich des Ortes Soufrière erreichen wir dann die zwei inaktiven Vulkane, den Gros Piton (799m) und den Petit Piton (750m). Das Gebiet um die Vulkane ist auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes. Die Gipfel der Deux Pitons bestehen aus erkalteter Lava. Sie gelten als meistfotografiertes Wahrzeichen der Insel und werden natürlich auch mit unseren Fotoapperaten ins Visier genommen. Mithilfe geführter Wanderungen kann man die Gipfel besteigen, dafür haben wir heute aber keine Zeit.

 

Nächster Stopp ist an einem Botanischen Garten. Auf gut ausgebauten Wegen schlendern wir durch den Park, entweder bestens informiert von Dieter oder durch gute Beschilderung der zahlreichen farbenfrohen Pflanzen. Meterhoher Bambus schützt vor der Sonne. Am Ende des Gartens stürzt sich der Diamond Waterfall über einen Fels hinab. Der Name kommt durch die mineralischen Einschlüsse des Felsens, die das Wasser je nach Sonneneinstrahlung anders strahlen lassen.

Auf dem Rückweg halten wir auf halber Strecke zwischen Soufriere und Castries an einer Kasava-Bäckerei und testen dort das leckere Brot. Hier werden aus Maniok-Mehl kleine Brote gebacken. Die Wurzel der Maniok (Cassava) wird gerieben, zu Mehl verarbeitet und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen verfeinert, zum Beispiel Schoko, Kirschen, Apfel, Rosinen aber auch mit Fisch oder Knoblauch. Danach werden die Brote geformt und auf Bananenblättern in einer von unten mit Holz befeuerten großen Schüssel gebacken.

Ein Brot mit Kirsch haben wir uns gekauft und probiert. Lecker und macht ordentlich satt!

 

Als letzter längerer Haltestopp geht es wohl zur bekanntesten Bucht der Insel, der Marigot Bay. Die Einheimischen sind sehr stolz darauf, dass hier der Film Doktor Dolittle gedreht wurde. Eine malerische Bucht mit vielen "kleinen Segelbooten", Luxushotel sowie einigen Bars und Restaurants. Am Hang sind die Häuser von Mick Jagger, David Beckham, Nicolas Cage oder Roger Moore zu sehen. Der Strand kann nur durch ein Taxiboot auf der anderen Seite der Bucht erreicht werden. Für einen Dollar setzen wir über und finden den Strand enttäuschend. Nur wenig feiner Sand und der Großteil gehört zum Hotel. Nach kurzem Rundgang setzen wir wieder über und trinken im Cafe einen Cappuccino.

Am Nachmittag sind wir wieder zurück am Schiff und erholen uns von der Inselrundfahrt.

Es gibt sicherlich noch mehr zu sehen, dafür lohnt sich auf dieser Insel bestimmt einmal ein längerer Urlaub.

Abends gibt’s neben dem Menü im Atlantik wieder ein internationales Käsebuffet – sehr lecker. Genau die richtigen Käsesorten für mich dabei, leicht zerlaufend mit viiieel herzhaftem Geschmack  ;-).

Um 19:00 Uhr legt die Mein Schiff 2 wieder ab in Richtung Grenada.


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