Segelwoche  türkische Ägäis-Küste

Oktober 2014

Mitte Oktober 2014 waren wir eine Woche Segeln an der türkischen Ägäisküste.

Mitsegler sind Bernd, der sich um die ganze Organisation gekümmert hat sowie Wolfgang, Uli, Dietmar und ich. Diesmal also ein Männertörn.

An einem Freitag hob der Flieger der TUIFly morgens um 6:20 Uhr in Hannover ab.

Ziel: Dalaman an der türkischen Südküste. Der Flughafen liegt nur ca. 20 Minuten Fahrzeit von Göcek entfernt, am Golf von Fethiye mit seiner traumhaften Landschaft und schönen Buchten mit türkis-blauen Wasser. Dieser Segelstützpunkt ist daher in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Startreviere der Türkei geworden.

Für die Nacht auf Samstag haben wir Zimmer im Görkem Apart Hotel gebucht und können so am Samstag zeitig das Boot übernehmen. Zeit zum Einkaufen für die Verpflegung muss ja auch noch sein.

Göcek hat sechs moderne Marinas für unzählige Segel- und Motorbootyachten. Entlang der wunderschönen Promenade liegen die großen Gulets, die von hier aus die nahen Inseln anlaufen oder hier einen Zwischenstopp auf der "Blauen Reise" einlegen. Viele Restaurants mit einer großen Auswahl an frischem Fisch, Lamm vom Spieß oder Kebab-Spezialitäten laden zum Essen und Verweilen ein. 

Durch die Tatsache, dass Göcek nicht mit nennenswertem Strand gesegnet ist, sieht man Pauschaltouristen nur selten. So bleiben die Freizeitsegler mit den Einheimischen mehr oder weniger unter sich.


 1. Segeltag

Göcek > Kapi Creek Bay                                                                           11,5 sm

Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker. Der Hahn ein paar Gärten weiter kräht allerdings schon weit vor 5, abgelöst von dem Muezzin. Er ruft die Muslime fünfmal täglich zu bestimmten Uhrzeiten zum Beten auf. Nur der Ruf am Morgen ist zu einer bestimmten Zeit, nämlich dann, wenn die Sonne aufgeht. So kommt der Wecker nicht ganz überraschend ;-)

Nach einem ordentlichen Frühstück im Hotel machen wir uns gegen 9:00 Uhr auf den Weg zur Marina.

Bernd und Wolfgang werden das Schiff übernehmen. Dietmar, Ulli und ich machen uns auf den Weg in den Ort um den Einkauf für die kommenden 7 Tage zu tätigen. Da wir an Bord nur frühstücken wollen hält sich die Menge in Grenzen. Inclusive Wasserversorgung sind dann aber doch 4 Einkaufswagen gut gefüllt. Zum Service des Geschäftes gehört aber der Lieferservice zum Schiff. So ist die Ladung schon eher am Steg als wir.

Gechartert hatten wir eine Bavaria 46 Cruiser, die "Blue Bay" Baujahr 2008.

Das Schiff war 14,40 m lang und 4,35 m breit, ausgestattet mit vier Kabinen / 8 Kojen sowie zwei Nasszellen. So sollten wir die nächsten Tage an und unter Deck während des Törns  genügend Platz haben 

Tipp: Die einzelnen Törns habe ich über GPS aufgezeichnet. Bei den einzelnen Segeltagen kommt ihr mit einem Klick auf den "Blauen Link" auf meine Seite bei GPSIES..

Neu ist hier, das man die aufgezeichnete Strecke Strecke als Google Earth Animation abfliegen kann. Einfach mal ausprobieren ;-).

Sollten der aufgezeichnete Kurs manchmal etwas wirr aussehen, dann lag das nicht am Anlegerbier. Nein, wir haben dann Manöver (Mann über Bord, Anlegen, Abstoppen etc.) geübt.

Bier gab es immer erst nach dem Anlegen!

Nachdem wir alle in die "Blue Bay" eingewiesen, alle Klamotten und Lebensmittel verstaut sind, starten wir unseren ersten Törn. Gegen 13:00 Uhr kommt vom Skipper das Kommando "Leinen los". Zuerst unter Motor, später unter Segel entfernen wir uns bei bestem Wetter von Göcek. Der Wind dreht zwischen den nahen Bergen ständig seine Richtung. Auch die Stärke schwankt von flau bis stark böig. Um 15:30 Uhr machen wir am Steg des Restaurants "Kapi" in der gleichnamigen Bucht fest.

Die Tische des Restaurants stehen direkt am Ufer und wir melden unseren Besuch schon einmal für 18:30 Uhr an.

Vorher wird aber noch eine halbe Stunde im 25°C warmen Wasser geschwommen.

Auch das obligatorische "Anlegerbier" ist für einige an Bord Pflicht!

Viele Restaurants in den Buchten bieten Anlegemöglichkeiten an Stegen oder Bojen. Das Anlegen über Nacht ist kostenlos. Dafür wird aber erwartet, das die Crews zum Essen in das Restaurant kommen. So auch hier. Geboten wird meist ein Menue, bestehend aus Vorspeise, Hauptgericht und Obst zum Dessert. Als Hauptgericht kann man meist wählen aus Lamm, frischen Fisch wie z. B. Dorade oder Seebarsch, Kalamaris, Kebab oder Hühnchen. Der Preis zwischen 50 und 65 türkischen Lira (1 Euro = ca. 2,80 TL). Hier sind dann die Liegegebühren und Nutzung der Toiletten / Duschen mit enthalten.

Als Vorspeise gibt es, wie auch meist an den folgenden Abenden Zaziki, Salat, gebratene Auberginen, Gurken, Oliven und frisch gebackenes Brot. Als Hauptgang habe ich mir gegrillte Calamari bestellt. Lecker!

Der Wein ist wegen empfindlich angehobener Steuern auf Alkohol leider teuer. Daher werde auch ich nach einem Tag zum EFES-Trinker!


2. Segeltag 

Kapi Creek Bay > Boynuz Bükü                                                        21,4 sm

Die erste Nacht an Bord war, bis auf Schnarchgeräusche aus der Kajüte, sehr ruhig.

So gegen 8:00 Uhr wurde der Frühstückstisch gedeckt. Ulli hat hier die nächsten Tage immer einen tollen Job gemacht. Gebackenes Brot, Wurst, Käse, Marmelade, Spiegeleier (auf Wunsch auch von beiden Seiten gebraten) oder gekochte Eier, Tomaten und Olivenöl. Dazu frisch gebrühter Kaffee, Tee, oder Orangensaft. Ein schöner Tagesbeginn! Danke Ulli !!

Um 10:00 Uhr legen wir ab. Unser Ziel: Boynuz Bükü. Um sicher aus der Bucht zu kommen, zuerst unter Motor. Wegen der Sicherheit sind auch kurz nach dem Start ein paar Manöver zu fahren.  Da es an Freiwilligen mangelt, dient ein Fender mit Schwimmweste als Opfer beim "Mann über Bord". Es besteht noch Luft nach oben, der Skipper ist aber halbwegs zufrieden.

Der Wind weht überwiegend aus Nord mit bis zu 30 Kn. So kommen wir unter Segel gut voran. Vor Boynuz Büku werden die Segel eingeholt und die letzten Meter in die Bucht unter Motor zurückgelegt.

Plötzlich blockiert die Steueranlage und die "Blue Bay" nimmt Kurs auf eine der Megajachten in der Bucht. Auch die Montage der Notpinne bringt sie nicht von ihrem Karambolagekurs ab. Wir leiten schon einmal das Ankermanöver ein. Rechtzeitig stelle ich aber fest, das nur der Autopilot eingeschaltet wurde und konsequent Kurs hält. Da ist wohl jemand beim Segelbergen mit dem Hinterteil gegen gekommen ;-). Auch der Hubschrauber an Bord der "ICE" braucht zu unserer Abwehr nicht zu starten. Glück gehabt.

Um 16:00 Uhr legen wir am T-Steg des Mola-Restaurants an. Insgesamt können hier ca. 35 Yachten Platz finden, heute werden es aber nur maximal 10 Segelboote werden. Die nachsaison ist schon zu merken. Das von Amberbäumen beschattete parkähnliche Restaurantgelände bietet einen Beachvolleyballplatz, Lagerfeuerstellen, WC und Duschen.

Nach der Schwimmrunde und dem Anlegerbier begeben wir uns noch zu Fuß auf einen nahen Hügel mit Blick über die schön gelegene Bucht und beobachten den Start des Hubschraubers von der ICE. Da wird wohl der Eigner zum Ende des Wochenendes zum nahen Flughafen von Dalaman gebracht. 

Gegen 18:00 Uhr stellt sich der Hunger ein. Auch das Mola-Restaurant bietet eine reichhaltige türkische Küche mit typischen Gerichten. Später wird noch ein Lagerfeuer angezündet. Alles wunderbar!

Einige der schnittigen Yachten gefallen ganz gut, sind aber nicht ganz unsere Preisklasse. Hier die Beschreibung von zwei Beispielen, die in dieser Segelwoche öfters unseren Kurs gekreuzt haben.

ICE

Die "ICE" ist eine Mega-Yacht im Besitz des russischen Oligarchen Suleiman Abusaidowitsch Kerimow und belegt Platz 37 in der Liste der längsten Motoryachten der Welt. Sie wurde von der Lürssen-Werft in Bremen gebaut und 2005 vom Stapel gelassen.

Länge: 90,10m

Breite: 15,00 m

Besatzung: 27 

Maschinenleistung: 6.800 PS

Geschwindigkeit: max. 18,6 kn (34 km/h)

Auf dem Oberdeck befinden sich ein Swimming-Pool, ein Whirlpool und ein Helipad inklusive eines Eurocopter EC 135

Madame GU

Die "Madame GU" wurde 2013 - nach vierjähriger Bauzeit - in der niederländischen Werft Feadship fertiggestellt. In diesem Jahr erhielt das Luxusgefährt den Oscar unter den Yachten-Awards, den Worlds Superyacht Award 2014.

An Bord der Madame GU soll man sich wie ein französischer König fühlen können: Das Interieur ist dem Schloss Versailles nachempfunden - natürlich um die neuesten technischen Raffinessen erweitert. Von der Innenaustattung der Superyacht gibt es nur wenige Informationen und die sind top secret. Bekannt ist: weißer Marmor, Gold, Panorama-Fenster. 

Auf der Liste der längsten Motoryachten der Welt landet die Madame GU mit 99 m Länge auf Platz 28. 



3. Segeltag

Boynuz Bükü > Karacören                                                                26 sm

Um 10:00 Uhr legen wir vom Steg in der Bucht von Boynuz Bükü ab.

Heute haben wir die Ankerbucht von Karacören als Ziel. Der Wind ist heute nicht auf unserer Seite und lässt uns im Stich und wir kommen nur unter Motor voran. So bleibt genug Zeit zum Sonnen und Relaxen. Muss ja auch mal sein!

Wir drehen eine Runde entlang dem berühmten, in einer Bucht gelegenen, weißen Sandstrand von Ölüdeniz. Am östlichen Ende dieser von Bergen umgebenen Bucht erhebt sich der Baba Dağı (Vaterberg) mit seinen 1969 m direkt aus dem Meer. Hier starten die Paraglider und drehen in der Thermik am steilen Felsen ihre Runden und landen zum Ende des Fluges direkt unten am Strand. Während wir langsam am Ufer entlang gleiten können wir weit über 50 Paraglider in der Luft zählen. Einige fliegen über unseren Mast oder drehen Loopings oder waghalsige Kurven. Da bin ich lieber auf dem Boot.

In der der "Goldwaterbay" gehen wir zwischendurch vor Anker und machen einen Badestopp. In dem glasklaren Wasser können wir super schwimmen und etwas schnorcheln. Fische sind aber leider nicht unterwegs.

Dafür kommt der Eisverkäufer mit seinem Motorboot längsseits. Für 12 TL ist der Preis für ein Magnum zwar happig, aber man bezahlt ja Transport und Kühlung für den weiten Weg mit. Und bei der Wärme ist ein Eis jetzt genau das Richtige.

Nervig wird der Kerl bloß als er uns kurze Zeit später schon wieder ein Eis verkaufen will und später angeblich noch Öl für seinen defekten Motor benötigt.

Gegen 16:00 Uhr laufen wir nach 26 sm in den Naturhafen von Karacören ein,  der durch Klippen vom offenen Meer geschützt ist. Bis zu 50 Boote finden Platz an Bojen oder am kleinen  Steg. Beim Festmachen an der Boje wird uns von einem Boot aus geholfen und eine Achterleine an Land gebracht. Zusätzlich sichern wir noch mit einer zweiten nach hinten ab, erscheint uns bei einem angekündigten Starkwind in der Nacht sicherer.

Da wir hier heute über 30 Boote zählen wollen wir frühzeitig im gegenüberliegenden Restaurant Platz nehmen. So werden wir zum Abendessen von dem netten Bootfahrer wie vereinbart um 18:00 Uhr abgeholt. Übers Wasser gehen kann von uns keiner und so brauchen wir nicht unser Dinghi für die kurze Fahrt klar zumachen.

Von der schönen Terrasse des Restaurants haben wir bei gutem Essen einen tollen Blick über die vor Anker liegenden Boote und die vom Sonnenuntergang rot beleuchteten Berge.

 


4. Segeltag

Karacören > Tomb Bay                                                                        25 sm

Nach einer ruhigen Nacht machen wir um 9:15 Uhr die Leinen von den Felsen und der Boje los. Bevor wir die Tomb Bay ansteuern, wollen wir noch früh die gegenüber liegende Insel Gemiler erkunden. Um diese Zeit sind dort die Ausflugsboote vom Festland oder andere Segler hoffentlich noch nicht so zahlreich.

So steigen eine halbe Stunde später Bernd, Ulli, Wolfgang und ich in das Dinghi und setzen zur Landestelle auf der Südseite der Insel über. Wir sind tatsächlich die Ersten und können die Insel ungestört erkunden. Der Eingangskiosk wo das Eintrittsgeld kassiert wird hat noch nicht geöffnet, wir zahlen aber später. Dietmar dreht inzwischen auf dem Boot seine Runden vor der Insel und soll uns ca. 1 1/2 Stunden später wieder an Bord nehmen.

Die Insel liegt im östlichen Teil der Fethiye-Bucht. Auf dem Gipfel der Insel befindet sich eine dem Heiligen Nikolaus gewidmete Kirche. Wegen dieser Widmung erhielt die Insel im Mittelalter den Namen Aya Nikola.

Die steile Südseite der Insel ist eine natürliche Festung, der nördliche Teil fällt aber flach zum Meer ab. Auf der Insel befinden sich verschiedene Reste einer mittelalterlichen Stadt. Vier große Kirchen und ein Galeriegang, der die Gipfel-Kirche St.Nikolaus mit der Ostkirche verbindet, sind die herausragenden Ruinen. Neben den Wohnsiedlungen sind verschieden Grabdenkmäler, Zisternen und Vorratsspeicher zu erkennen, die größtenteils zwischen dem 5. und 6. Jh. n. Chr. erbaut worden sein sollen. Ein Großteil der Anlegeplätze, Landungs-brücken, Speicher und Lagerstätten sank durch die vielen Erdbeben und liegt heute unter dem Meeresspiegel.

Auf guten Wegen klettern wir hoch zur Kirche und haben einen weiten Blick über die See und die Küste. Ein schöner Platz zum Verweilen!

Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde die Kirche im 7. Jh.n.Chr. von arabischen Raubzüglern in Kleinasien zerstört, wonach sich die Inselbewohner ins Landesinnere zurückzogen und die Insel bis heute verlassen ist. Nur Touristen wie wir oder von den Gulets besuchen die zerfallenen Gebäude und Tunnel auf der kleinen Insel. Der kleine Kiosk ist nur tagsüber besetzt. In der Hochsaison ist aber sicherlich mehr unterwegs als heute, wo wir die Insel alleine erkunden konnten.

Um 10:50 Uhr nimmt uns Dietmar wieder an Bord. Das Dinghi wird auf dem Vordeck verzurrt und die Segel gesetzt. Wind 2-3 aus Süd. Das passt für unser angepeiltes Ziel.

So kommen wir unter Segel gut voran. Mit den Bezeichnungen auf den Seekarten kann man aber schon einmal durcheinander kommen. So laufen wir erst versehentlich die Bucht von Hammam Koyu an. Wäre aber auch nicht schlimm gewesen, denn das dortige Wall Bay Restaurant sah auch ganz nett aus. Der Umweg war aber nicht allzu groß, der Wind kam immer noch aus der richtigen Richtung und die Sonne schien weiterhin vom blauen Himmel. So legten wir um 15:45 Uhr nach 25 sm in der Tomb Bay am Steg des dortigen Nomad Restaurants an.

Auch dieses Restaurant lag direkt am Wasser und bot eine ähnliche Auswahl an Speisen wie die Bars an den Vor- und Folgetagen. Ein Friseur macht Werbung für seine Dienste, u. a. auch für Massagen.

Sehenswert sind in dieser Bucht die lykischen Felsengräber, die oberhalb der Bucht von Bord aus schon zu sehen sind. Auch der lykische Wanderweg BC400 führt direkt an der Küste entlang. Nach einer kurzen Pause machen Wolfgang und ich uns auf den Weg zu den Gräbern. Bernd schwimmt erstmal eine Runde.

Im steilen Hang mit dichtem Gebüsch finden wir nicht den direkten Weg zu den Felsengräbern, die wie kleine Häuschen mit kunstvollen Reliefarbeiten aussehen. Immer haben wir aber einen tollen Ausblick über die Bucht mit den ankernden Booten. 

Nach einstündiger Kraxelei in unwegsamen Gelände erreichen wir die Gräber. Lange können wir aber nicht bleiben. Runter wollen wir bei diesen Wegen lieber doch schon bevor die Dunkelheit anbricht.

Bernd war in der Zwischenzeit auch oben gewesen. Sein Rufen hatten wir zwischenzeitlich gehört, aber nicht beachtet. Bernd kannte den direkten Weg, war er doch drei Jahre vorher bereits einmal in der Bucht gewesen.

So hatten wir alle ordentlich Hunger nach Wandern, Schwimmen, Lesen und Relaxen.

Die gegrillten Tintenfischtuben waren hier sehr lecker. Auch die vier Mitsegler waren mit der Wahl ihrer Speisen zufrieden. Wir werden das Restaurant mit einer hohen Bewertung auf Platz 1 von 1 Restaurants in dieser Bucht bewerten ;-)


5. Segeltag

Tomb Bay > Tersane                                                                               24 sm

Wieder können Frühaufsteher wie ich einen tollen Sonnenaufgang erleben und am Wegesrand auch schon Eidechsen beobachten, die sich in den ersten Sonnenstrahlen aufwärmen.

Nach einem sonnigen Frühstück machen wir uns um 9:40 Uhr fertig zum Ablegen. Bevor wir auf Kurs Tersane gehen wollen wir alle noch einmal das Anlegemanöver unter Motor üben. 

Das geschieht normalerweise so, das der Mann am Ruder das Boot langsam rückwärts auf den Steg zu bewegt und entsprechend rechtzeitig abstoppt. Das hat bei allen auch gut geklappt, nur Wolfgang wollte zum Abschluss noch die Haltbarkeit des Steges testen. Der Steg sah nicht so vertrauenerweckend aus, konnte durch seine flexible Bauart den "Rempler" bei Wolfgangs Anlegemanöver aber locker kompensieren. Hinweis:  Dieser Steg war es nicht ;-)

Nachdem wir an Steg und Schiff keine Schäden feststellen konnten setzten wir um 10:40 Uhr die Segel. Schöner Wind aus Südost mit bis zu 25 kn. Das reichte uns aus um an diesem Tag ordentlichen Segelspaß zu haben. Mit bis zu 10 kn kreuzten wir zwischen den Inseln.

Um 14:00 Uhr liefen wir dann in die enge Bucht der Insel Tersane ein.

Der Wind kam zum Anlegen ungünstig von der Seite und die Mädels vom Restaurant, die heute auf dem Steg Dienst hatten, waren auch nicht sehr motiviert und somit keine große Hilfe. Trotz der widrigen Umstände hatten wir nach drei "Versuchen" einen sicheren Platz in der geschützten Bucht an der Nordwestseite der Insel Tersane. Für die Nacht war wieder Starkwind vorhergesagt.

Nachdem wir alles an Bord klar gemacht hatten und einige Anlegemanöver weiterer Segelcrews beobachtet hatten (auch nicht eleganter als wir) erkundeten wir die Insel noch auf einem kleinen Rundgang

Tersane heißt Werft. Hier wurden in der Vergangenheit Schiffe gebaut, repariert und ausgerüstet.  Auf der Nordseite befinden sich die teilweise versunkenen Ruinen der Stadt Xera. Diese antike Stadt wurde im 2. Jahrhundert v.Chr. durch ein Erdbeben zerstört. Sie wurde danach zwar wieder aufgebaut und existierte bis in die byzantinische Zeit, wurde dann aber wegen arabischer Seeräuber-Einfälle aufgegeben. Heute ist davon, bis auf ein paar Ruinen, kaum noch etwas zu sehen. In der kargen ländlichen Umgebung gibt es heute einige Bauernhöfe und eben das Restaurant.  Wir besteigen einen nahen Hügel mit Fahnenmast. Hier haben wir einen guten Überblick über die Bucht.

Zum Abendessen gab es dann diese leckere Dorade. Aber auch die anderen Gerichte waren sehr lecker, dazu passte wieder ein Efes. Serviert wurde das Essen von den jungen Mädels, die nachmittags als Hilfe beim Anlegen noch sehr mürrisch drein geschaut hatten. Dieser Job am Abend machte ihnen sichtlich mehr Spaß.


6. Segeltag

Tersane > Fethiye                                                                                   12 sm

In der Nacht hatte es ordentlich gestürmt. Der ganze Schwimmsteg war in Bewegung und knarrte ordentlich. Durch die geschützte Lage blieb an Bord aber alles in Ordnung. Es war stark bewölkt, aber trocken.

So konnten wir um 9:15 Uhr in Richtung Fethiye ablegen. Um unser Ziel zu erreichen mussten wir die Bucht einmal queren. Im Seewetterbericht waren starke Boen und hohe Wellen vorhergesagt. Segel setzen war heute daher keine gute Wahl und wir nahmen den direkten Weg unter Motor. Die Wellen waren dann auch teilweise ganz ordentlich, wohl so zwischen 3 und 4 Metern hoch und brachten das Boot ordentlich ins Schaukeln. Problemlos erreichten wir aber zeitig um 11:15 Uhr Fethiye. Hier legten wir zum ersten Mal wieder in einer großen Marina an. Über Funk mussten wir uns anmelden und wurden von dem Personal an unseren Liegeplatz eingewiesen. Outside und längsseits, mal ganz was Neues.

Die Marina war riesig. Von unserem Platz waren es bestimmt 500 Meter Weg auf dem Steg zu den Sanitäranlagen.

Da wir ja frühzeitig in Fethiye angekommen waren, blieb genügend Zeit für einen Stadtbummel. Fethiye hat ca. 70.000 Einwohner und ist für die Bauern der fruchtbaren Umgebung das wichtigste Einkaufs- und Versorgungszentrum. Der Tourismus bildet den Hauptwirtschaftszweig. Der alttürkische und teilweise antike Stadtkern wurde bei einem starken Erdbeben 1957 größtenteils zerstört. Oberhalb der Eski Cami (alte Moschee) ist die Altstadt mit ihren engen, gewundenen Gassen und Treppen sowie den typischen Eckhäusern jedoch noch weitgehend erhalten. In Fethiye gibt es außer einem kleinen Museum noch ein großes traditionelles Hamam, welches die Erdbeben überstanden hat.

An der Seepromenade entlang erreichen wir nach 5 Minuten die Stadt. Die ganze Promenade entlang liegen Gulets in allen Größen, mit denen Tages- und Wochen-Schiffstouren unternommen werden können. Im Hafenbecken schwimmen große Schildkröten und warten auf Futter. Auf unserem Weg durch die Fußgängerzone kommen wir zu den sehenswerten lykischen Felsengräbern oberhalb des Ortes in einer steilen Felswand mit dem bekannten Tempelgrab des Amyntas.  Von dort haben wir einen tollen Blick über die Stadt, die Bucht und auf die gegenüberliegende Ruine der im 15. Jahrhundert von Rittern erbauten Johanniterburg.  

Nach unserem Stadtrundgang machten wir uns zu dritt auf den Weg in das älteste Hamam im Ort.

Ein Hamam ist ein Dampfbad, das man vor allem im arabischen Raum, im iranischen Kulturraum und in der Türkei findet und das ein wichtiger Bestandteil der islamischen Bade- und Körperkultur ist. Es ist auch unter den Namen „Türkisches Bad“ oder „Orientalisches Bad“ bekannt. Öffentliche Hammams sind meistens nach Geschlechtern getrennt: Es sind entweder separate Räumlichkeiten vorhanden oder die Nutzungszeiten für Frauen und Männer sind verschieden.

Hier in Fethiye gab es keine Trennung zwischen Frauen und Männern. Von außen war das Gebäude zwar sehr groß, im Inneren befand sich das Bad doch auf beengtem Raum. Umziehen konnten wir uns gleich im Eingangsbereich hinter einem Vorhang. Der Baderaumes bestand aus Marmor mit einer kreisrunden Liegefläche in der Mitte des Raumes, dem Nabelstein. Hier legten wir ein spezielles Handtuch (Peştemal) als Lendenschurz an. An den Wänden befanden sich Waschbecken mit warmem und kaltem Wasser, mit dem man sich entweder selbst regelmäßig übergießt, oder man lässt sich von einem „Tellak“ (Bademeister und Masseur) waschen. Dazu wird ein Baumwollsack eingeseift, durch Schwenken mit Luft gefüllt, manuell verschlossen und Schaum aus dem Gewebe auf den Körper gestreift. Im Anschluss wird die Haut durch Reiben mit der sogenannten „Kese“, einem rauen Handschuh aus Wildseide oder Ziegenhaar, unter kräftigem Druck abgerubbelt. Die Bademeister hatten wohl heute auch nicht ihren besten Tag und machten einen sehr mürrischen Eindruck. 

Nach dem Besuch des warmen Dampfbads folgt eine Phase der Erholung und Entspannung, normalerweise in einem kühleren Raum und bei einem Glas Tee. Hier in Fethiye war dies auch wieder der Eingangsbereich. Abgetrennt durch Vorhänge war das auch gleich der Raum für die angebotenen Massagen, die auf zwei Liegen durchgeführt wurden. Bernd und ich entschieden uns für die zwanzigminütige Ölmassage.

Die ganze Behandlung war ok.! Von dem ganzen Drumherum hatte ich aber doch etwas mehr erwartet und würde daher den Besuch hier in Fethiye also nicht unbedingt weiter empfehlen ;-)

Nach diesen Erlebnissen durfte natürlich auch das Essen nicht fehlen. 

Hier kannte Bernd sich bestens aus. An den Fischständen in der Markthalle konnten wir uns den frischen Fisch aussuchen. Die Zubereitung fand dann in den Restaurants statt, die ebenfalls in der Halle die Fischstände umgaben. 2 Kilo Tintenfisch und 1 Kilo Gambas sollten wohl reichen. Die Zubereitung war sehr lecker. Uns schien nur die Menge der an den Tisch gebrachten Tintenfischringe etwas zu wenig. Hat hier der Koch selbst welche von unseren gegessen oder hatten wir nur soviel Hunger?

Egal, es war lecker.

Zum Ende des Tages gab es noch ein Efes in einer Bar an der Promende


7. Segeltag

Fethiye > Göcek                                                                                         13,3 sm

Die ganze Nacht durch gab es ordentliche Gewitter und am Morgen hingen dicke Wolken über der Bucht und es regnete immer noch. 

Für einen Ruhetag im Hafen war aber keine Zeit, wir mussten zurück nach Göcek.


Also erstmal ausgiebig duschen und frühstücken und fertigmachen zum Ablegen.

Vor Abgabe der "Blue Bay" in Göcek mussten noch die Schmutzwassertanks entleert und der Dieseltank gefüllt werden. Das wollten wir gleich hier in Fethiye tun. 

In Göcek rechneten wir am Nachmittag mit einer längeren Schlange an der Tankstelle, aber auch hier mussten wir warten. Nach Anmeldung über Funk beim Hafenmeister dauerte es eine gute Stunde bis wir das "GO" bekamen, die Tanke ansteuern zu dürfen.

Die Tankstelle lag in der hintersten Ecke der Marina. Geschützt, aber schwierig anzufahren zwischen den engen Stegen und bei starkem Seitenwind. Bernd, unser Skipper, hat die Situation aber super gemeistert.


Der Regen hatte in der Zwischenzeit fast aufgehört, die Regenjacken blieben aber in Reichweite. Nach dem Tanken machten wir uns auf die letzte Etappe nach Göcek.

Zuerst ließ es der wenige Wind nur zu mit Motor diese Strecke in Angriff zu nehmen. 

Die Sonne versuchte durch die Wolken ein paar Strahlen zu schicken. Tat sich aber schwer dabei, dies führte aber zu schönen Lichtspielen über dem Wasser.

Gegen Mittag kam dann doch etwas Wind auf und wir konnten noch einmal die vollen Segel setzen. Der wenige Wind drehte zwar ständig, aber wir hatten ja jetzt Zeit.

So konnten wir jede Winddrehung ausnutzen und näherten uns langsam der D-Marina.

Gegen 15:00 Uhr erreichten wir den Hafen. Anlegen war kein Problem. 

Schnell packten wir die nicht mehr benötigten Sachen zusammen und räumten das Boot auf.

Professionell war die Bootsübergabe von EGG organisiert und klappte reibungslos.

So konnten wir gegen 18:00 Uhr zum Essen gehen.

Empfohlen wurde uns das Restaurant "Limon" an der Promenade.

Natürlich gab es wieder Fisch, der sehr lecker zubereitet war.

Ein Grund für die Empfehlung war auch die feste Überdachung der Terrasse wegen für das für den Abend vorhergesagte Unwetter mit Sturm, Starkregen, Blitz und Donner. Eine Böe drückte dabei eine Stütze des Daches ein. Die Damen an dem Tisch daneben bekamen einen ordentlichen Schrecken. Aber nicht nur die, als kurz danach auch noch der Strom ausfiel.

Und zwar im ganzen Ort für eine halbe Stunde. Das "Limon" hatte aber einen Diesel-Generator und kurze Zeit später wurde es wieder hell im Raum und auch die feste Überdachung hielt Sturm und Regen weiter Stand. Glück gehabt.

Das Gewitter hing die ganze Nacht über der Bucht von Göcek. Gut, das wir schon in der sicheren Marina waren und nicht irgendwo draußen vor Anker.

Trotz Sturm und Donner habe ich sehr gut geschlafen!


8. Tag / Sightseeing

Sightseeingtour über Patara, Kalkan, Pinara und zurück nach Göcek

Bis 9:30 Uhr mussten wir die "Blue Bay" verlassen. Es regnete immer noch!

Zum Frühstück gingen wir in das Restaurant der Marina. Das war nicht so toll, dafür aber teuer. Naja!

Wolfgang mussten wir heute verabschieden, er wollte noch für fünf Tage nach Istanbul.

Für den Rest der Truppe hatten wir für die kommenden 2 Tage noch einen Leihwagen genommen. Mit dem Renault "Symbol", anscheinend eine Leichtbauvariante für die Türkei, brachten wir erstmal unsere Packtaschen, Koffer oder Rucksäcke in das nahe Hotel Görkem. Von dort starteten wir dann zu einer kleinen Sightseeingtour in Richtung Osten. 

Heftige Regenschauer am Abreisetag machten den Abschied von der Marina nicht so schwer. Bei so einem Wetter wollten wir nicht segeln. Und das auch noch ohne Wind. Wir hatten jedenfalls eine schöne Woche gehabt.

Auf unserer Fahrt in Richtung Kalkan legten wir einen ersten Stopp hinter Patara ein.

Der Ort Patara ist noch ein kleines Dorf geblieben,  mit kleinen Restaurants um den Dorfplatz herum, einigen Dorfläden, Moschee und Dolmus-Station. Hier stoppen die wenigsten auf dem Weg zum Strand und der Ruinenstadt. Auch wir halten erst bei den Ruinen, die nach wenigen Kilometern links und rechts an der Straße stehen. Patara war seit dem 6. Jh. v. Chr. eine der sechs größten Städte des Lykischen Bundes und wohl auch einst wichtigste Hafenstadt Lykiens und Geburtsort des St. Nikolaus, später Bischof von Myra.

Der Hafen Pataras erstreckte sich über ca. 2 km ins Landesinnere. Das ist auch heute noch gut zu erkennen. Doch er verlandete seit der Antike ständig immer mehr. Dies geschah durch die Sandanschwemmung des nahen, schnell fließenden Flusses Xanthos und Bildung von Wanderdünen. Endgültig aufgegeben wurde der Hafen dann im 13. Jahrhundert. Systematische Ausgrabungen der Stadt haben bisher nicht stattgefunden. Erkennen konnten wir die die Überreste eines römischen Triumphbogen mit drei Durchgängen, Bäder und ein Theater.

Den Strand wollten wir natürlich auch noch sehen. 12 Kilometer feinster Sandstrand, lt. Aussage des Verkehrsbüros soll er die faszinierendste Strand-Sand-Dünen Landschaft der ganzen türkischen Küste sein.  Gewaltige Dünen über den Ruinen des alten Patara, alles ist ein großes Naturschutzgebiet. An diesem Strand dürfen, auch weil er ein Nistplatz der Meeresschildkröten ist, keine Hotels gebaut werden. So sind heute auch nur wenige Besucher am Strand. Vielleicht liegt es aber auch am schlechten Wetter und an der Nebensaison.

Nach diesem Stopp ging es weiter auf gut ausgebauter Straße nach Kalkan.

Kalkan ist ein touristisch erschlossener Ort und liegt gut  80 Km östlich von Fethiye am Fuße des Taurusgebirges. Kalkan ist neben Kaş der einzige Ort zwischen Fethiye und Antalya, in dem noch in größerem Umfang Fischfang betrieben wird. Durch strenge Bauvorschriften wurde der Ort nicht durch Hotelburgen erdrückt. Massentourismus ist hier nicht anzutreffen. Schnell hatten wir einen Parkplatz in der Nähe des historisches Zentrum, bekannt als Old Kalkan, gefunden.

Getrennt machten wir einem kleinen Spaziergang durch die schönen Gassen des Ortes, der in mehreren Terrassen angelegt ist. Viele verwinkelte, enge Gassen und weißgetünchte, zweistöckige Häuser prägen das Erscheinungsbild. Die restaurierten, alten Häuser von Kalkan werden als kleine Hotels, Pensionen und Lokale verwendet. Natürlich fehlen in den Straßen auch keine Bars, Restaurants, Cafes sowie die üblichen Souvenierläden. Negativ fielen mir nur die Reklameschilder an den Fassaden und Balkonen auf, die den schönen Gesamteindruck empfindlich stören.

Nach dem Rundgang hatten wir doch ordentlich Hunger bekommen. Das Frühstück war ja nicht so nachhaltig wie wir das sonst von Ulli seinen Kreationen an Bord gewöhnt waren.

So kehrten wir in das Restaurant Aubergine ein. Ein guter Tipp den wir bekommen haben und den ich hiermit auch gerne weitergebe.

Zur Mittagszeit hatten wir unter anderem Börek, Lahmacun, Tintenfischringe bestellt. Es war alles sehr lecker und ausreichende Portionen. Allein die Vorspeise vom Haus war schon das Kommen wert. Ein sehr gutes Preis / Leistungsverhältnis in schöner Lage an der Promenade.

So wieder gut gestärkt machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Göcek.

Unterwegs war noch der Stop in Pinara eingeplant. Von der Hauptverbindungsstraße geht es auf einer ausgeschilderten schmalen, nicht asphaltierten Straße, in Richtung der Felsengräber. Pinara ist weniger bekannt und liegt touristisch etwas im Abseits. Vielleicht liegt es ja mit an der Straße mit Schlaglöchern, Pfützen und engen Kurven. Und dann muss man/frau sich vom Parkplatz auch noch zu Fuß aufmachen um an die Königsgräber zu kommen. So steht am Parkplatz nur noch ein weiteres Auto. Durch ein zugewachsenes, schmales Bachtal steigen wir zu den hoch gelegenen Königsgräbern und Felsengräbern hoch. In aller Ruhe können wir die Gegend erkunden, nur ein paar Ziegen sind im Fels zu hören. Das meiste ist zugewachsen und zerfallen und erst auf dem zweiten oder dritten Blick zu erkennen. 

Erhalten sind die Überreste mehrerer antiker Tempel, weit über 900 Felsengräber, darunter eine "Königsgrab", eine obere und eine untere Akropolis, ein Theater, ein Odeon, eine Agora und einer Kirche. Ein einsamer Sarkophag steht am Wegesrand. Am eindrucksvollsten sind aber die mehr als 900 Felsengräber, die wabenartig in der 450 m senkrecht aufsteigenden Felswand zu erkennen sind.

Wie haben die das früher gemacht?

Nach einer guten Stunde machen wir uns auf den Rückweg. In Esenköy kommen wir wieder auf die Hauptstraße und sind dann bald wieder zurück an unserem Hotel in Göcek.

Fast 250 Kilometer waren wir heute unterwegs und haben viel gesehen. 

9. Tag / sightseeingtour

See von Köycegiz, Daylan

Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück in Richtung Westen. Einen ersten Stopp machten wir in Köycegiz an dem gleichnamigen See. Der 65 qkm große See war einst ein Golf, der verlandete. Einen Zufluss hat der See nicht, gespeist wird er teilweise aus warmen Quellen. Über einen schmalen Fluss ist er jetzt noch mit dem Meer verbunden. In Köycegiz war am Sonntag noch nicht so viel los. Wir waren wohl die einzigen Touristen die am frühen Vormittag durch den Ort schlenderten. In den wenigen Hotels kommen die unter, die den Rummel im nahen Dalyan nicht so mögen. An der Promenade herrschte Leere und nur auf einem Ausflugsboot wartete wohl jemand auf Gäste. Beeindruckend war die "Bankenstraße". Hier standen 7 (sieben) Geldautomaten der verschiedenen Banken direkt nebeneinander.

Viel mehr gab an diesem Morgen der Ort nicht her.

Aber wir wollten ja noch nach Dalyan. Dalyan liegt am Ausfluss des Köycegiz-Sees, ca. 8 km durch ein Schilfbewachsenes Flussdelta vom Meer getrennt. Hier ist wesentlich mehr los und der Ort erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Viele kleine Pensionen und Hotels liegen mit ihren Stegen direkt am Wasser. Bekannt wurde das Dorf Dalyan, als es hier zum ersten Mal in der Türkei Umweltschützern gelang, den Bau eines Großhotels zu verhindern. Die 10 km lange, feinsandige İztuzu Halbinsel ist eine der wenigen Eiablageplätze der Caretta Caretta Schildkröten. Hier gab es den Versuch,  ein Hotel für mehrere hundert sonnenhungrige Touristen zu erbauen. Etwa 400 Naturschutzverbände liefen dagegen Sturm und der Bau konnte verhindert werden. Bis heute ist diese Zone zum Schutzgebiet erklärt und jegliche Bautätigkeit verboten. Inzwischen gibt es aber wohl wieder Bestrebungen der Regierung Erdogans diesen Schutz aufzuheben.

Geparkt haben wir an der "Pension MIDAS". Eine nette kleine Anlage direkt am Kanal und gegenüber auch der dort vorhandenen Königsgräber, diesmal der Karischen Könige. Hier hatten Bernd und Christel schon in der Vorwoche ein paar Tage verbracht und so kannte Bernd sich bestens aus. Nach einem Begrüßungstee hatte die Wirtin uns eins der vielen Dolmusboote gerufen mit dem die Touristen an den Strand gebracht werden.

Es dauerte dann aber doch eine gute halbe Stunde bis wir an Bord steigen und die Fahrt aufnehmen  konnten.

Nach etwa zwei Kilometern befinden sich auf der rechten Seite die Ruinen der antiken Stadt Kaunos. Beliebtes Ausflugsziel sind auch die in ungefähr 15 Minuten mit dem Boot entfernten Schlammbäder von Horozlar Käyü, wo man sich im warmen Schwefelschlamm suhlen kann. Dieser Schlamm soll vor allem bei Rheumatismus und Hautkrankheiten helfen.

Wir wollen aber direkt an den Strand. Die Fahrt geht durch endlose Schilfgürtel. Eine Sperre für die Fische wird für jedes Boot geöffnet und danach wieder geschlossen. Zur Hauptsaison bestimmt ein anstrengender Job. Aber auch am heutigen Sonntag sind einige dieser 12-Mann-Boote unterwegs. Viele Einheimische liegen mit ihren Booten im Schilf und angeln. Nach einer guten halbe Stunde kommen wir am langen Strand an.

Es gibt einen kleinen Kiosk, Sanitäreinrichtungen und Sonnenschirme und -liegen. Hinweisschilder weisen mit Bildern und Regeln auf das Naturschutzgebiet hin. Die Badegäste sind gehalten, nicht im Sand zu graben und keine Sonnenschirme in den Boden zu rammen um die Brutplätze nicht zu zerstören.

Am Strand hatten wir noch einmal Zeit um uns ein wenig zu sonnen. Ich machte noch einen Spaziergang und nahm zum Abschluss des Urlaubes ein letztes Bad im Meer. Das schöne Wetter der ersten Tage wollte aber nicht wiederkommen. So brachen wir nach 90 Minuten wieder auf. Am Steg konnte uns "Vier" ein kleines Boot, es war zwar nicht das schnellste, ohne Wartezeit nach Dalyan zurückbringen. Das hatte aber den Vorteil, das ich auf der gemächlichen Fahrt noch in Ruhe ein paar schöne Fotos machen konnte.

In Dalyan angekommen machten wir uns auf den Weg zum Auto. Unterwegs gab es noch ein Glas frisch gepressten Saft vom Granatäpfeln. Bei Einbrechen der Dunkelheit waren wir wieder zurück in Göcek.

So ging es am heutigen Abend noch einmal in das Restaurant Özcan.

Am nächsten Morgen wurden wir um 8:30 Uhr mit dem Taxi abgeholt und um 11:20 Uhr startete unsere Maschine zurück nach Hannover.


Es hat Spaß gemacht. Danke allen für die schöne Urlaubswoche, die leider viel zu schnell vorbei ging. Kann "Mann" mal wieder machen ;-).